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Spanisch lernen in Guatemala
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Spanisch lernen in Guatemala
M I C H A E L  K R A M M E R:  (T E I L  1)

Zivildienst in Nicaragua

Die ersten Eindrücke von einer fremden Welt
In meinem ersten mail nach Hause schrieb ich:
"Mir geht es sehr gut, bisher weder Durchfall noch sonst was. Ich habe ca. 300m zu einem traumhaften Pazifikstrand, zu essen gibt es tatsächlich 3x am Tag Reis und Bohnen, schmeckt aber gut. Die Gegend ist recht abgeschieden, zweimal am Tag kommt aber ein Autobus und ich bin auch schon Autostopp auf einem wackeligen Lastwagen gefahren. Es ist hier alles dreckig und staubig, die Leute sind arm aber alle freundlich [...]"

Nach drei Wochen schrieb ich folgende Zeilen:
Es war ziemlich stressig in den ersten beiden Wochen - alles neu für mich. Aber das Wichtigste: Gesundheitlich geht es mir ausgezeichnet, obwohl ich in Managua gleich das Wasser aus der Leitung getrunken habe (was ich hier bis jetzt nicht mache, weil mir ein paar Leute davon abgeraten haben wegen Parasitengefahr) ...
Später trank ich aber dann doch immer das Wasser aus dem Schulbrunnen. Irgendwie begann es aber einmal komisch zu schmecken, das bemerkten auch die Schüler, und so kletterte einer in den Brunnen runter und entdeckte zwei tote Frösche im Wasser. Wir desinfizierten den Brunnen so gut es ging mit Chlor. Ich brauchte aber doch einige Wochen, bis ich mich wieder dazu überwinden konnte, dieses Wasser zu trinken.

"... Es ist hier wirklich wunderbar, der Strand, die Natur und auch alle nicaraguanischen Angestellten sind wirklich nett, auch die Kinder (obwohl sehr anstrengend) und der nicaraguanische Lehrer ist auch sympathisch.
Das einzige, was mir hier zu schaffen gemacht hat, ist das Gefühl, so weit weg von jeglicher Zivilisation zu sein, und auch dass alles so dreckig ist und dass es so viel grausliches Insektenzeugs gibt. Da gab es schon Momente wo ich mich sehr stark zurückgesehnt habe an ein sauberes Zimmer, ein sauberes Bad, Wasser aus der Leitung das man ohne Bedenken trinken kann, ein Supermarkt um die Ecke wo man alles kaufen kann, was man braucht, oder die Gewissheit, dass sofort ärztliche Versorgung da wäre, wenn man sie braucht. Jetzt weiß ich es auch zu schätzen, was es heisst, ein Bad und WC im gleichen Haus zu haben, wo man schläft - ich muss hier in stockfinsterer Nacht zwanzig Meter im Freien zum Klo gehen und dabei aufpassen, dass ich nicht über all die dicken Kröten stolpere. [..]"

Im November 2000 sah ich dann zum ersten Mal, wie eine Meeresschildkröte an "meinem" Strand landete und ihre Eier ablegte. Meinen Tagesablauf beschrieb ich in einem mail nach Hause so:
Schildkröte bei der Eiablage am Pazifikstrand von Nicaragua - Foto: Michael Krammer Halb sechs aufstehen (da geht die Sonne auf). Zum Angestelltenhaus frühstücken gehen (Reis, Bohnen, Ziegenkäse und Kaffee). Zur Schule zurück. Vormittag Schule - Englisch und Computer, immer mit verschiedenen Gruppen. Zu Mittag essen im Angestelltenhaus (Reis, Bohnen, Hühnerfleisch, Faschiertes). Dann bereite ich mich bis ca. 3 am Nachmittag für den nächsten Tag vor bzw. erstelle mit Henry, dem nicaraguanischen Professor, irgendwelche Zeugnisse/Formulare. Um vier an den Strand, Fußball spielen mit den Kindern und anderen Nicaraguanern, die in El Coco wohnen (so heisst die kleine Siedlung - d.h. nur ein paar Holzhütten - am Strand, wo die meisten Schüler herkommen). Beim restaurant kann man sich auch ein kleines Surfbrett ausborgen, die Wellen sind ideal zum Surfen. Um sechs Abendessen (Reis, Bohnen, Käse, Ei). Danach bleibe ich noch etwas sitzen um mit den Leuten zu plaudern oder Fernzusehen. Manchmal kommen dann um sieben noch ein paar besonders interessierte Kinder zur Schule, mit denen ich noch was am Computer schreibe, Englisch mache oder auch am Keyboard übe (ein ganz kleines, halb kaputtes, aber es gibt noch Töne von sich). Um acht gehe ich dann schlafen. Lässt man nämlich das Licht zu lange brennen, ist alles voller Mücken.

Von einem Tag auf den anderen lief mein Leben also plötzlich völlig anders ab als in den letzten Jahren als Student der Telekommunikationstechnik.


        
Text und Fotos: Seite öffnenMichael Krammer
 
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